“Hallo, wie geht es Dir? Wie war Dein Wochenende?”
“Hi mir geht’s ganz OK, mein Wochenende war recht cool…”
“Erzähl mal, was hast Du denn Tolles gemacht?”
“Ich hab’s ganz chillig angehen lassen, Freitag war ich daheim und hab Fernseh geschaut, Samstag war mein Dad bei mir zu Besuch, Sonntag hab ich dann die meiste Zeit Playstation gezockt…”
So, oder so ähnlich lauten doch heutzutage oft die Antworten auf Fragen, die man Jugendlichen stellt. Vielleicht ist der Inhalt nicht derselbe, jedoch die Wörter die sie benutzen, sind in den meisten Fällen die gleichen.
Wenn aber nun ein älterer Herr oder eine ältere Dame, die aus einer Zeit stammen, in der man noch klares und verständliches Deutsch gesprochen hat, fragen: „Hai“? Was meinst du denn mit „OK“? Was zum Henker bedeutet „cool“?Was um alles in der Welt ist „chillig“? Wer oder was ist dein „Dähd“???
Hmm… na, „Hi“ bedeutet so viel wie Hallo, mit „Ok“ meinte ich gut, „cool“ sagt man, wenn man schön meint, oder toll. „Chillig“ benutzt man für gemütlich und mein „Dad“ ist mein Vater.
Ja, allein für das Wort „cool“ gibt es im Deutschen mehrere Bedeutungen, genauso wie für „OK“, das wir im alltäglichen Leben für jeden und alles benutzen: der Bursche ist ganz OK (der Bursche ist ganz in Ordnung), OK mach ich… (Jawoll mach ich…),
Man könnte noch viele solcher Beispiele bringen, das würde aber hier den Rahmen sprengen.
Haben wir es wirklich nötig unsere Sprache (die übrigens mit ihren rund 500 000 Begriffen und Wortverbindungen doppelt so umfangreich ist wie das bereits wortreiche Russisch, oder viermal so reich wie das Anglo-Amerikanische) mit solchen Wörtern, zu “bereichern”? Oder zu „modernisieren“?
Wenn wir das Wort „cool“ mal genauer unter die Lupe nehmen und es mal direkt vom Englischen ins Deutsche übersetzten, bedeutet es: kühl oder kalt.
Wenn es aber heut zu Tage bei uns benutzt wird, meint man doch viel eher: schön, klasse, toll, witzig…
Wer bitte sagt denn schon: das was du gemacht hast, war echt kalt…?
Wir können also nie mit Wörtern die wir aus dem Englischen, oder sonst einer Sprache entnehmen, unsere wahren Empfindungen, Gedanken oder Gefühle zum Ausdruck bringen, denn sie bedeuten oft etwas ganz anderes und werden von Sprache zu Sprache unterschiedlich gewertet und wahrgenommen.
Wenn ein Italiener zu einer Frau sagt: “ciao bella!”, dann will er ihr doch schöne Augen machen. Wir hingegen wollen unserem Vorgesetzten keine Hoffnungen machen, daß er zum Essen eingeladen wird wenn wir “Tschau” sagen, wir wollen uns doch einfach nur verabschieden und “Tschüß” sagen. Ja, “Tschüß”, wieso denn nicht gleich so?
Der chinesische Gelehrte Konfuzius trifft es mit seiner Aussage zur Sprache ganz treffend: “Wenn die Sprache nicht stimmt, so ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist und die Werke kommen nicht zustande -also dulde man keine Willkürlichkeit in den Worten.” Das ist das, worauf es ankommt.
Wir wollen keinen BRD-Engleutschen Sprachpansch, wir wollen unsre Sprache in ihrer Schönheit und Echtheit erhalten.
Wo würden wir denn hinkommen, wenn wir morgen plötzlich „freedomkämpfer“ und keine Freiheitskämpfer mehr wären?
Also lassen wir uns keine Willkürlichkeiten gefallen, achten wir auf unsere Sprache, unsere Kinder wollen sie auch noch in ihrer reinen Form sprechen!
„Hab nur den Mut, die Meinnung frei zu sagen und ungestört!
Es wird den Zweifel in die Seele tragen, dem, der es hört.
Und vor der Lust des Zweifels flieht der Wahn.
Du glaubst nicht, was ein Wort oft wirken kann.“
Johann Wolfgang Goethe


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