Deutsche Jugend am Tegernsee

In Rottach-Egern am Tegernsee, das wie von hohen Bergen umstellt scheint, besuchen wir den Natur-Erlebnis-Kindergarten. Schmucke, oberbayerische Häuser, die so viel Farbe, Licht und Sonnenfreudigkeit ausstrahlen, zeichnen in einer Neusiedlung unseren Weg.

Zwei Brüderchen von drei und vier Jahren, die langsam Hand in Hand des Weges dahertrotten, begegnen uns. Auch sie wollen offenbar zum Kindergarten. Lustiges Treiben und Krächzen empfängt uns von weitem und bald sind wir mitten im Getriebe. Freude und Kinderlachen lassen eine heitere Stimmung vermuten.

Die Umgebung kann nicht schöner sein. Soweit man blickt Gärten und ganz in der Nähe die gewaltigen Bergriesen. Gleich nebenan schlängelt sich ein kristallklarer Kieselbach durch die deutsche Landschaft entlang. Daneben lädt ein Weg, zu beiden Seiten flankiert von hohen Bäumen, zum Spaziergang ein. Auch die Kinder gehen täglich mit ihren Erziehern hier entlang. Fast durchweg handelt es sich um Kinder von kleinen Bauern oder Arbeitern. Die Eltern wissen längst, dass solch ein Hort bei gewissenhafter Beaufsichtigung der Kinder der allerbeste Gefahrenschutz ist. Unbeaufsichtigte Kinder haben bekanntlich schon manche Gefahren heraufbeschworen, Brände und andere Unglücksfälle verursacht.

Am meisten dürften unsere Landfrauen entlastet sein, von denen körperlich in der deutschen Gesellschaft wohl die größten Anstrengungen gefordert werden. Ihr Tagwerk beginnt in grauer Frühe und kennt keine Unterbrechung bis zum Abend. Sie teilen ihre Kräfte im Sommer zwischen Stallarbeit, Feldarbeit, Haushalt und Kinderbetreuung. Kein Wunder, wenn sie bisweilen bei aller Anstrengung doch nicht jedem der vier Arbeitsgebiete im gleichen Maße gerecht zu werden vermögen. Die Feldarbeiten im oberbayerischen Tegernseer Tal vertragen keine Zurücksetzung, ja sie kommen immer zuerst, da sie die Existenz der Bauernfamilien bedeuten. Das geschieht dann leider häufig auf Kosten der Kinder und des Haushaltes.

Diese seelische und persönliche Notlage haben wir als Nationale Sozialisten in seiner vollen Bedeutung bereits erkannt und da wir die Bedeutung unseres Bauerntums sehr hoch einschätzen, stehen wir für eine rasche und deutliche Abhilfe. Wir wissen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um der deutschen Landfrau Unterstützung und Hilfe zu bringen: Kindergärten mit professioneller Kinderbetreuung, Krippen, sowie Unterstützung auf dem Lande. So werden den Bauernfamilien die schwersten Sorgen um ihre Kleinkinder abgenommen.

Wir schauen dem Spiel der Kinder zu, schnell haben sie sich an uns Eindringlinge gewöhnt und werfen neugierige Blicke auf uns. Sind das denn tatsächlich noch Bauernkinder? Sie wirken aufgeschlossen und frei, gar nicht schüchtern. Die Kinder wollen immer wieder neu beschäftigt sein. Dann meldet sich der Hunger und ordnungsgemäß findet das Frühstück pünktlich statt. Kurz darauf kann das Spiel weitergehen. Zwischendurch werden auch Märchen erzählt. Wie sie gespannt lauschen und sogar dazwischen rufen, wenn die Betreuerin ein Wort auslässt! Zu Mittag gibt es eine gute Suppe und Pudding mit Heidelbeeren.

Dann kommt die Mittagsruhe, die ohne einen Kommentar eingehalten wird. Erstaunlich, wie die Kleinen, die daheim oft Quälgeister sind, folgsam sein können. Nach der Ruhe folgen Gemeinschaftsspiele und ein kleiner Spaziergang, bis der Tageslauf vollendet ist.

Fröhlich und lachend zerstreut sich am späten Nachmittag der kleine Haufen, dessen fröhliches „Gezwitscher“ wir noch lange in den Ohren haben.

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