Am Denkmal deutscher Freiheitskämpfer

Mai 1921: Dunkle Nacht über Deutschland. Zerrissen ist das Land im Inneren. An den Grenzen steht der Feind. Das deutsche Heer, das vier Jahre hindurch an allen Fronten kämpfte, litt und starb, besteht nicht mehr. Die stolze Flotte liegt auf dem Grunde des Meeres. Die Waffen sind zerbrochen. Armes Deutschland…

Nur ein paar lassen den Mut nicht sinken. Frontsoldaten, junge Arbeiter, Bauern und Studenten. Schon einmal haben sie gekämpft, als die Bolschewisten im Osten auf Landraub aus gingen. Wieder stehen sie auf, als es um Oberschlesien geht. Wieder formieren sich einzelne Verbände, Freikorps nennen sie sich. Und sie sind es auch. Auf eigene Faust sammeln sie sich. Keine Regierung hat sie gerufen. Der Befehl kam aus ihrem Blut. Keine Regierung schützt sie, man will sie nicht.  Oberschlesien ist in Gefahr! Das ist ihre Parole. Schlageter ist unter ihnen und so manch anderer, der schon mehr als einmal seinen Kopf hinhielt und mit Blut zahlen musste.

Sie schützen die Grenze mit ihrem Leib. Oben auf dem Annaberg liegen fremde Aufständische, die im Schutz der Internationalen Kommission das Land rauben wollen, die das sogenannte Abstimmungsgebiet schon als ihr Eigentum ansehen und darin morden und plündern… Die Freikorps treten an. Mitten unter ihnen der Bund „Oberland“. Männer, die keine Waffen haben, die aber Fäuste besitzen, um die Waffen den Gegnern abzunehmen. Sie waren die letzten, die den nationalen Willen hochhielten, und die ersten, die den Weg in ein neues Reich fanden.

21. Mai 1921: Das ist der Tag des Sturmes auf den Annaberg. Hoch auf dem Berg haben die Aufständischen sich festgesetzt. Mit Geschützen und Maschinengewehren beherrschen sie das Oberland. Freikorps liegen in der Reichweite ihrer Batterien. Munition ist in Kisten aufgestapelt. So sicher wähnen sie sich, daß sie nur lässig ihre Wachen aufstellen. Nachts um 1 Uhr treten die Freikorpskämpfer zum Sturm an. Waffen stehen ihnen kaum zur Verfügung. Ihre Ausrüstung ist unzureichend, ihre Stärke ist gering. Sie wird ausgewogen durch den deutschen Willen der Männer, sich durchzubeißen. Schlageter führt.

Durch den Morgennebel geht es voran. Noch ahnt der Feind nicht, dass sich der Gegner bereits dicht an die ersten Posten vorangearbeitet hat. Da, plötzlich Gewehrgeknatter. Maschinengewehre beginnen zu bellen, die Detonationen von Handgranaten erschüttern die Luft. Kommandos werden gerufen. Jäh ist die Morgenstille durchbrochen. Schlageters Leute greifen an. Unermüdlich arbeiten sie sich vor. Es gelingt ihnen, Artillerie abzuschneiden und kampfunfähig zu machen. Eine Sturmabteilung gerät in einen Steinbruch und muss hier Stunden um Stunden im Kugelhagel liegen bleiben. Nach Stunden sind noch vier Mann übrig. Sie machen den letzten Versuch, den Platz zu räumen. Ein neues Maschinengewehr der Aufständischen bekommt sie zu fassen. Es rattert ein paar Sekunden, dann sind auch die letzten für immer ausgelöscht…Gefallen für Deutschland im Kampf um den Annaberg. Aber trotz aller Verluste wird das Unmögliche Wirklichkeit. Das Freikorps siegt. Die „Oberländer“ machen ihrer bayerischen Heimat Ehre. Um ein Uhr mittags ist der Annaberg, der heilige Berg der Oberschlesier, wieder frei. Am Fuße des Berges begruben die Freikorpsmänner ihre Toten. Schlichte Kreuze pflanzten sie auf ihre Hügel. Irgendwer pflanzte Blumen und hütete die Gräber.

Jahr um Jahr verging. Es schien, als sei die Tat der Freikorps vergessen. Heldentum und Mannesehre standen in der Weimarer Republik gering im Kurs. Ihnen zu Ehren erstand kurze Zeit später, hoch auf dem Annaberg, das Ehrenmal der deutschen Freikorpskämpfer, hoch flatterten die Fahnen der Freiheit überall im Winde.  Schlicht wie die Männer, so ist auch der Bau, deutsch wie ihr Herz ist der Stein, aus dem das Denkmal entstand. Es ist das Denkmal jener Hundertschaften, die ungerufen kamen, als die Not am größten war.

In den Rieschen des Mals ruhen 52 Gefallene. Sie wurden hier zur ewigen Ruhe in einer für alle Zeiten befreiten deutschen Heimat gebettet. Sie sind die Zeugen eines Heldentums, das die Ehre über alles setzte.

Hoch auf dem Annaberg halten sie Wacht. Sie mahnen unsere deutsche Jugend zu Pflicht und Treue. Hoch auf dem Annaberg ragt das Denkmal des aufrechten deutschen Soldaten.

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